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Blitz over Beertown

Die PC-Glosse: Blitze über Radeberg

"Die PC-Glosse: Blitze über Radeberg" [veröffentlicht im Blitz-Herbst 2005]

3 heftige Gewitter in diesem Jahr über der Bierstadt.
Das war heftig! Und sie waren sehr, sehr nahe.... vor allem das letzte Gewitter um Anfang August 2005 herum...
Ich möcht' Ihnen was (kurzweiliges) erzählen....
In meiner Tätigkeit als Mann vom PC-Service wurde ich nach dem Blitz auch prompt gerufen.
Er hatte unweit einer nahegelegenen Tankstelle in Walroda eingeschlagen. Bei der Tankstelle war es noch viel schlimmer, als das was kommen sollte. Hier -im Einfamilienhaus- hatte es "nur" das kombinierte DSL-Modem, den WLAN-Router und die ISDN-Telephonanlage erwischt. Am PC waren dann noch die Netzwerkkarte und die ISDN-Karte defekt. Bis ich das aber heraus bekommen hatte, waren zwei Stunden vergangen. Warum so lange? Die ganze Zeit wusste man nicht, was war genau kaputt? Es wurde eine teure Rechnung....Wie teuer mag die Tankstelle geworden sein? Nicht auszudenken....
Was können Sie gegen ein Blitzschlag tun? Ich bin kein ausgebildeter Elektriker, kann Ihnen deshalb keine beruflich untermauerten Tips geben. Aber ich bin Netzwerker, weiss, welche Wege der Strom in mein Netz oder in meinen PC nehmen kann.
Was tue ich dagegen? Ich habe immer(!) zwei Server zu laufen, kann diese nicht vom Stromnetz nehmen, wenn es blitzt. Ich habe als erste Maßnahme einen Stromüberspannungsschutz. Damit möchte ich verhindern, dass es zu Spannungsspitzen kommt, also alles was über 220V liegt. Und wenn es entferntere Blitzeinschläge gibt, soll er eben verhindern, daß mehr als 220V die Computer erreichen (="Spannungsspitzen"). Dann ist dahinter eine "intelligente" USV geschaltet. USV bedeutet = unterbrechungsfrei Stromversorgungsanlage. Intelligent bedeutet: die USV erzählt dem Computer: "ich habe keinen Strom mehr. Sieh zu, mach hinne! Du fährst in 10 Minuten Deinen Laden runter!" Die USV macht das dann auch prompt, sie ist über eine Einsteckkarte mit dem Computer verbunden, wird mittels einer tollen Software gesteuert. Und, was auch sehr faszinierend ist: sie führt ein Logbuch! Hier habe ich -zu Berliner Kreuzberger Zeiten- mal mitlesen können, wie schwachbrüstig der Strom war: mal mitternächtens waren es eben keine versprochenen 220V, sondern nur 196V, das zwar nur für eine Sekunde, aber einer Netzwerkfestplatte hätte diese negative Spannungsspitze schon Kopfzerbrechen
bereitet. Also nicht wirklich der Festplatte, sondern dem Trafo im PC, der den Strom geregelt weitergibt.
Sie sehen, es ist ein weites und interessantes Feld! Mit diesen beiden Einrichtungen, die nicht allzu viel kosten: 200-500 Euro für einen Server, ist man abgesichert. Ein einzelner PC wird preiswerter abgesichert.

Was kann denn nun so Gefährliches passieren?
Weiter oben habe ich versucht es darzustellen. Das Fiese ist, man sieht und findet den Schaden selten sofort. Der PC scheint zu funktionieren. Irgendwas spielt aber verrückt. Das Internet geht nicht, oder nur gaaaanz langsaaaam. Die Lichter spielen auf dem Modem den Türkischen Marsch von Rimsky-Kowski; das Testprogramm für die Netzwerkkarte sagt: Netzwerkkarte ist völlig OK. usw usw.

Es kann sie alle treffen: alle oder einzelne Komponenten am PC, die den direkten Kontakt mit der Aussenwelt haben.
Das sind mehr, als Sie gerade sich vorstellen. Wetten?
-Die Stromversorgung: das ist der Trafo (er spannt 220V auf 12V runter), da steckt das Stromkabel drin!
-Das Modemkabel (damit faxen Sie vielleicht oder ist es das ISDN-Kabel?)
-Das Netzwerkkabel, welches am DSL-Model steckt, und dieses wiederum am Splitter, letztendlich dieser an der Telekom-Dose steckt.
-Der Drucker, der doch nie ganz aus ist, sondern nur den stromsparenden(sic) Schlaf schläft; der ist mit dem Druckerkabel am PC angeschlossen.

Ach, Ihr PC ist aus? Auch hier wette ich gerne! Sie haben ihn wie immer runtergefahren, und dann das Licht im Arbeitszimmer ausgeknipst. Jaaa aber! Es ist ein moderner PC, mit einem ATX-Netzteil; den können Sie gar nicht ausschalten!
Oder haben Sie, als der Mann vom PC-Service bei gutbesuchtem Vortrag "über die Feinde des PC's", den er vor der Radeberger Mannschaft der Gewerbetreibenden gehalten hat, sich an seinen Ratschlag erinnert? Da ging es ums Stromssparen. Daraufhin haben Sie sich eine Steckdosenleiste mit An/Ausschaltmöglichkeit gekauft, für wenige Eusen, haben also DIESEN Ausschaltknopf mit dem Fuß betätigt?! Ja, das haben Sie. Brav, na dann kann ja nix passieren.

Oh, je. Wie war das noch? Drucker/Modem/ISDN/Netzwerk/DSL-Kabel?
Über diese Wege kommt der tödliche Strom auch rein? Ja, er kommt. Und zwar sehr leise. Ich hatte in Kreuzberg (Sie erinnern sich: der Berliner Bezirk mit dem unsauberen Strom), eine Attacke auf mein Netz gehabt, es hat ein halbes Jahr gedauert, bis ich die letzte defekte Netzwerkkarte gefunden hatte.

Warum erzähle ich Ihnen das hier alles?
Sie können sich schützen! So ähnlich wie beim Spaziergang in das Internet. Lassen Sie nicht alles zu sich ran oder rein. Sie benötigen einen Riegel. Sowie der Virenscanner das Kondom darstellt, schützen Sie die unterschiedlichsten Stromschutzmaßnahmen vor dem bösen Strom.

Seufz. Ist das alles notwendig?
Radio Eriwan. Ja, im Prinzip.....

...DAS vierte Gewitter tobt gerade, als ich das hier schreibe, es ist Samstagnacht, der 10.9.05 um 23.00h ....
und ich bekomme es mit der Angst zu tun.....

Ein Link meines bevorzugten Herstellers (=Spitzenreiter+Weltklasse) APC.
Hier kann man sich informieren, in welcher Stärke man was benötigt:
http://www.apcc.com/tools/ups_selector/index.cfm?action=build_form_a&device_type=workstation&app_type=workst
ation&showChassis=1&showMonitor=1&showProcessor=1&showVoltages=1&showIntDrives=1&showPeripherals=1&showPrint
er=1&appUsed=basic&cgi_referer_check=&return_query_string=


...nach dem Jahrhundertgewitter habe ich mir über eBay einige UPS von APC mit neuen Akkus zugelegt, und die Nicht-Server abgesichert.
Jetzt kann mir nichts mehr passieren.
Jetzt kann der Blitz sogar ins Haus einschlagen.
Ups: wir haben ja keinen Blitzableiter auf dem Dach! Maaamiiiiiii!
Verkohlt hält der tapfere PC-Service-Mann die Festplatte hoch, die er aus den rauchenden Trümmern gerettet hat....

Copyright: Klaus Lehmann Radeberg 2005.

PS: obiger Text wurde für das neue Internet-Portal von allegronet.de etwas überarbeitet und korrigiert. Die Gedanken schweiften ab zu den ersten Sommergewittern, die der tapfere PC-Service wiedermal erleben durfte: drei heftige Gewitter inmitten einer Juniwoche. Einem Tischler soll es das Telephon aus der Hand weggefetzt haben (zum Glück kein Schaden an Leib' und Seel'), dem selbigen Tischler knisterte es ganz mächtig im Gebälk seiner Werkstatt (kein Feuer!). Dem nahegelegenen Bauhof einer Wohnungsbaugesellschaft schaltete der Blitz ganz einfach das Telephon aus (kein Schaden!), aber dafür war nächsten Tag das Internet tot (Schaden: der teure DSL-Kombi-Router wollte nicht mehr.) Was lernen wir daraus? Wir müssen etwas für den Blitzschutz tun! Wenn Sie dieses Thema interessiert, dann besuchen Sie doch bitte eine der Veranstaltungen des Gewerbevereins im Sommer 2006. Hier werden zwei Fachleute  (=einer aus der Kabelbranche, der andere unser PC-Service-Mann) Ihnen praktische Tips geben. Mehr demnächst hier.

PS2: Nachtrag für Anfang 2007.
Es donnert, zu unüblicher Zeit. Aber was ist im Jahre 2007 überhaupt unüblich? Der PC-Service-Mann hat aus dem Schaden und den rauchenden Trümmern gelernt, zumindestens soviel, daß er diese Fiktion nicht so weit "in realitas" kommen lassen darf. Kollege Niederwerfer hat die Telephonanlage -incl. DSL logischerweise- im Keller des Hauses abgesichert, das war wohl nicht teuer (ca €50,-). Die wichtigen Server in der Werkstatt des braven PC-Service-Mann's stehen alle unter Ersatzstrom. Wenn der Strom für maximal 15 Min. ausfällt, liefern die USV's (teuren) Ersatzstrom. Es darf also bei Blitz und Donner mutig gearbeitet werden. Jedes Netzwerkkabel ist gesichert. Er kann nix passieren. Und es passiert doch was: Das DSL-Modem ist ungesichert am Stromnetz. Die Blitze lassen den Strom für wenige Milli-Sekunden ausfallen, das hält das Gerät nicht aus und versagt den Dienst. Wie üblich in einer gut(!) ausgestatteten PC-Werkstatt: nach einigen Minuten hängt ein neues DSL-Modem dran. UND: die Neuheit: dieses DSL-Modem bekommt sein eigenes Notstromaggregat (=USV). Lächerlich! ja..... Aber es schützt. Bis zum Juni 2007....

PS3: Nachtrag Juni 2007
Aus Schaden wird man klug? ja. Die Gewitter sind so heftig, daß hintereinander in 30 Minuten sich 2 DSL-Modemse aufrauchen. Keiner weiss warum! Das Notstromaggregat hat tapfer gehalten. Wo kam der Stör-Strom her? Durch die abgesicherte Telephonleitung?

Der Fehler muß gefunden werden. Alsbald mehr auf diesem Kanal!

 

PS4: Nachtrag zum Januar 2014

Ich darf Ihnen meine Datensicherung vorstellen!

1. Ein großer Netzwerkspeicher. Eine (sau)teure NAS von QNAP. Leer ca €1.500,-. Mit 8x Ein-Terra-Langlauf-Festplatten gefüllt für ca e1.000,-
Intermission: Eine NAS ist keine gleichwertige Sicherung!
Intermission: Eine NAS ist keine gleichwertige Sicherung!
Intermission: Eine NAS ist keine gleichwertige Sicherung!
2. OK! Nach knapp 2 Jahren ist mir der Groschen gefallen:
Zusätzlich eine weitere -ähnliche, nicht ganz baugleiche- NAS (nach)gekauft: ca €1.000,-. Mit 8x Ein-Terra-Langlauf-Festplatten gefüllt für ca €8.000,- Damit wird die obige -etwas leistungsstärkere NAS 6-12x pro Jahr gesichert. Die Datensicherung läuft ca 1 - 1 1/2 Tage. Dann wird die weitere (unter Punkt 2.) NAS wieder vom Stromnetz genommen. Das ist eine vollwertige Datensicherung!
3. Naja, wenn es tröstet: Blitze sind etwas seltener in der Bahnhofstr. 1. Wenn hier was "brennt", dann hat jemand mal wieder bei Eschebach rumgekokelt  .... ;-(