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Wie wohnt es sich in Radebergs Ex-Schmuddel-Ecke? [2013]

Die Bahnhofstraße mausert sich. Und die SZ darf sogar mal in eine der frisch sanierten Wohnungen schauen. Von Jens Fritzsche. 13.11.2013.

An den skeptischen Blick hat er sich mittlerweile gewöhnt. Denn immer wenn Klaus Lehmann seine neue Adresse nennt, guckt mancher Radeberger ein wenig skeptisch. Denn seit einigen Wochen wohnt Klaus Lehmann in der Bahnhofstraße, in der frisch sanierten Wohnzeile direkt am Eschebach-Areal. „Und ich weiß, dass dies hier bis vor Kurzem nicht wirklich zu den besten Wohnlagen zählte“, sagt der Radeberger Unternehmer, der nicht nur seine Wohnung, sondern auch gleich seine PC-Firma mit hierher verlegt hat.

„Ich weiß, die Wohnzeile hatte einen schlechten Ruf, weil hier jahrelang nichts in Sachen Sanierung passiert ist – aber jetzt ist das anders“, freut er sich. Die Wohnlage, sagt er, sei wirklich exzellent. „Mitten im Zentrum, direkt am Bahnhof, was will man mehr“, fragt er. Nur das Gerücht stimme nicht, stellt er dann lachend klar, das Gerücht, dass hier im Bad statt Wasser gleich Radeberger Pilsner aus den Hähnen fließe –weil ja die Brauerei gleich gegenüber liegt. „Es ist leider doch nur Wasser, was da aus den Hähnen kommt…“

Die Häuser waren Ende 2011 von einem Unternehmen aus Ludwigsburg in Baden-Württemberg gekauft worden – der Raether&Primm GbR, die Andreas Raether und Heinz Primm gehört. „Seit 15 Jahren sind wir dabei im Raum Dresden aktiv, haben sanierungsbedürftige Wohnhäuser gekauft, saniert und wieder vermietet“, beschreibt Andreas Raether die Idee. Und stellt klar: „Wir spekulieren nicht mit Häusern, wir machen das quasi als eine Art Altersvorsorge“, so der Schwabe mit Dresdner Wurzeln. Denn Andreas Raethers Großvater hatte bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs in Dresden eine Textilfabrik, war nach dem Krieg ins Schwäbische ausgewandert. „Alle Einnahmen, die wir aus den Häusern erzielen, fließen ausschließlich in die Deckung der Kosten und die Tilgung der Kredite, wir sind keine Spekulanten“, so Andreas Raether Ende 2011 zur SZ.

Nun erstrahlt die Wohnzeile zwischen Radeberger Bahnhof und Dresdner Straße in freundlich-hellen Farben, und die Arbeiten neigen sich ihrem Ende. Und wie wohnt es sich nun, in Radebergs einst „miesester“ Wohngegend? „Super wohnt es sich hier“, schwärmt Klaus Lehmann. Die Wohnungen seien wunderbar groß, „und trotzdem bezahlbar“, beschreibt er. Zwischen fünf und sechs Euro je Quadratmeter. „Das ist für eine Zentrumslage doch vollkommen in Ordnung“, findet der Radeberger Unternehmer. Und spart auch nicht mit Lob für die Hausverwalter. Die sitzen im Übrigen in Radeberg; denn das städtische Wohnungsunternehmen Wohnbau Radeberg hat für den Eigentümer die Vermietung und Betreuung der Wohnungen übernommen. „Die Nachfrage ist sehr gut, ich denke, wenn alles fertig ist – so gegen Ende des Jahres, werden wir dann Schritt für Schritt die Wohnungen zügig vermieten können“, ist Wohnbau-Chef Knut Mulansky optimistisch. „Die ersten fertigen Wohnungen von insgesamt rund 50 sind schon vermietet, bisher ist die Nachfrage jedenfalls sehr positiv“, sagt er.

Mieter Klaus Lehmann ist jedenfalls begeistert. „Endlich haben wir Platz für mein Klavier und ein großes Sofa im Wohnzimmer“, sagt er. Dieses Sofa, verrät er dann, habe er mit seiner Frau schon mal vor drei Jahren in einem Möbelmarkt im brandenburgischen Großräschen gesehen. „Wir waren dort bei einer Familienfeier und haben einfach mal einen Abstecher in das Möbelhaus gemacht – das Sofa gefiel uns sofort super, es war aber viel zu groß für unsere bisherige Wohnung“, erzählt Klaus Lehmann. Als er mit seiner Frau dann erstmals in der neuen Wohnung an der Bahnhofstraße stand, „haben wir sofort an das Sofa gedacht…“ Also fuhren sie nochmal nach Großräschen, „und tatsächlich, es gab das Sofa noch“, freut sich Klaus Lehmann. Nun steht es an der Bahnhofstraße in Radeberg. In der Wohnstube mit offener Küche und viel Licht vom Balkon. „Das Schöne an der Wohnung ist auch, dass meine Frau endlich mal ihre tollen Gestaltungsideen ausleben kann“, sagt der Radeberger mit einem verschmitzten Lächeln. Fügt aber gleich an, „sie hat wirklich viel Geschmack!“.

Und dann fällt Klaus Lehmanns Blick auf das Klavier gleich neben der Wohnzimmertür. „Seit 1965 in Familienbesitz – und wirklich sauschwer“, sagt er. Und er gibt zu, „dass ich schon lange nicht mehr darauf gespielt habe“. Aber zu Weihnachten soll es mal wieder so weit sein, verrät Klaus Lehmann. Was die neue Wohnlage eben so alles möglich macht…

 

 

Bilderstrecke (4 Bilder. Alle von Willem Darrelmann)