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Dicker Scheck für die Peter-Sodann-Bibliothek

Der Radeberger Computerfachmann Klaus Lehmann unterstützt das Projekt des ehemaligen Tatort-Kommissars. Nicht nur finanziell. Die SZ vom 5./6.Mai 2018 (Rödertalausgabe, wohl auch in Großröhrsdorf erschienen). Text von Thomas Drendel. Bilder von Thorsten Eckert.

"Dicker Scheck für die Peter-Sodann-Bibliothek"

SZ vom 5./6.Mai 2018. Artikel von Thomas Drendel

Radeberg. In den Bananenkisten des Westens schlummert das Wissen des Ostens – Dieser Spruch der Peter Sodann-Bibliothek sagt für Klaus Lehmann alles. „Es gilt die Literatur einer ganzen Epoche zu erhalten. Es geht um die Kultur von mehr als 40 Jahren. Die darf nicht einfach jetzt nach der Wende vergessen werden“, sagt der Computerfachmann, der in Radeberg die Firma PC- Service Lehmann betreibt.

Der bekannte Schauspieler Peter Sodann hat in Staucha im Landkreis Meißen eine riesige Bibliothek aufgebaut. Im alten Rittergut des Ortes sind auf endlosen Regalreihen mittlerweile eine halbe Million Bücher aufgereiht. Alle sind in den Jahren von 1945 bis 1989 in der DDR erschienen oder wurden für die DDR gedruckt. Täglich werden es mehr. Privatsammlungen, Bibliotheksbestände oder ganze Nachlässe werden in Sodanns Bibliothek abgegeben. Mittlerweile ist auch eine Halle in Oschatz vollgestopft mit Büchern, die noch alle registriert werden müssen. Peter Sodann feiert demnächst seinen 82. Geburtstag. Da heißt es auch für einen umtriebigen Künstler wie ihn kürzer zu treten. Die Bibliothek soll aber erhalten bleiben, auch wenn er nicht mehr jeden Tag mit anpacken kann. Deshalb will der Schauspieler eine Genossenschaft gründen und einhundert oder mehr Menschen finden, die Anteile von 1000 Euro kaufen. Damit soll der Betrieb der Bibliothek finanziert werden. „Als ich von der Idee gehört habe, war ich sofort begeistert. Ich werde deshalb Anteile an der Genossenschaft erwerben und dafür eintausend Euro überweisen. Ich will, dass die Bibliothek weiterlebt“, sagt Klaus Lehmann.

Dieser Kauf der Genossenschaftsanteile ist nicht das erste Engagement des Radebergers. Die ganze Bibliothek wäre wohl ohne ihn in der Form nicht möglich. Denn um dem Wust von Büchern Herr zu werden, hat er dem Verein eine Bibliothekssoftware zur Verfügung gestellt und für deren Verhältnisse angepasst. „Jetzt betreue ich regelmäßig das Netzwerk“, sagt er. Vor einigen Jahren hat Klaus Lehmann auch die Bibliothek zum Selbstkostenpreis mit Computertechnik ausgestattet. Ach ja, Mitglied im Förderverein der Bibliothek ist er auch noch. Warum er das Ganze macht? Vermutlich liegt das an seinem eigentlichen Beruf. Er ist studierter Bibliothekar mit Diplom. Das Computerhandwerk brachte er sich autodidaktisch bei. „Die Liebe zu den Büchern reicht bis in meine Kindheit zurück.“ Auf die Idee, sich gerade in der Sodann-Bibliothek zu engagieren, geht auf einen Beitrag in der SZ zurück, wie er sagt. „Darin wurde gemeldet, dass der Schauspieler mit seinen Büchern nach Staucha umzieht, da ihm der Bürgermeister dort Räume zur Verfügung stellt. Daraufhin habe ich eine Mail an Peter Sodann geschickt und ihm meine Hilfe angeboten.“ Mittlerweile ist eine Freundschaft entstanden. Der Bekannte Schauspieler war bei einer Geburtstagsfeier von Klaus Lehmann in Radeberg. Bei dem anschließenden Rundgang in der Radeberger Brauerei staunten die Mitarbeiter nicht schlecht über den prominenten Besucher.

Sich noch mehr in der neuen Genossenschaft einzubringen, das will Klaus Lehmann allerdings nicht. „Nein, ich hab hier meine PC-Firma. Da bin ich zu einhundert Prozent ausgelastet.“

 

Ergänzungen: (die stehen nicht im SZ-Artikel!)
die "Bananenkisten". Ich habe sie gesehen. Der Theatersaal von Peter Sodann ist voll damit. Man setze sich in den Theatersaal! Man denke! Den Spruch kann man drehen und wenden.... wenden und drehen. Da kommt meine ganz selbstverständliche Vergangenheit als west-BERLINa! naja, olle icke ist eigentlich Spandower! korrekt: "Spandauer". Ich bin in Spandau geboren. und zwar 1959! Der Rest ergibt sich von selber: Kein Berliner hatte keene Verwandte im Osten! keine Ostberlina's hatten keene Verwandte im Westen von Berlin. Keena hatte nich een Buch (das ist übrigens russische Verneinung!)! Buch macht kluuch! icke will mir meene Vergangenenheit nich nehmen lassen. Nö, wa? dem kleenen Klausi nimmt keena de Verjangenhait. Wenn er doch so jerne wat lesen will, soll er doch nach Frankfurtn am Meene oder nach de Leipsch fahrn. So hat es nicht ganz original getreu der Staatsminister (der vor Grüters) gesagt: wozu soll ich Sie Herr Sodann unterstützen, die Bücher sind doch alle in Leipzig und Ffm! und hat een far'n lassen. HimmelKrutziTürken! Liebe Kollegen, denkt jetzt mal ganz still/laut/empört/nachdenklich/watoochimma nach! Der wirkliche Ausspruch vom Staatsminister bedeutet: "Alle Bibliotheken sind unnützt, können ZU machen. Alle Bücher finden sich in Leipzig und Frankfurt am Main." Hatta recht!

Genosse 1 ist Klaus Lehmann. Mein Geld habe ich schon vor 1/2 Jahr dem Herrn Peter Sodann versprochen! Jetzt kommt die Genossenschaft ins Rollen! Auif den Zeitungsartikel haben sich schon einige gemeldet! Ende Mai 2018 ist Gründungssitzung!

Staucha, die Peter-Sodann-Bibliothek hat seit Mai 2011 einen Onlinekatalog. Kostenlos von allegronet.de. Seit Mai 2018 einen vufind-Katalog!
Seit Anfang 2011 bekommt die Peter-Sodann-Bibliothek ein kostenloses angepasstes allegro-C! Um mit bis zu 20 Kollegen im hauseigenen Netz Titelaufnahme zu machen.

Ein hoher deutscher Bibliothekschef hat mal gesagt: "Peter! in zwanzig Jahren hast Du die interessanteste Bibliothek Europas!"

Mittlerweile bin ich im Förderverein. Ich darf sagen: Wir suchen einen Geschäftsführer! Wir suchen "kollegiale Bibliothekare", die aktiv arbeiten. Titelaufnahme machen! Vorhandene 300.000 Stück korrigieren! (Im online-Katalog sind bereits über 300.000 Exemplare!) -> online-Katalog. Übrigens hat Peter Sodann sich eine Pension im Ort gebaut!

hihihi. Meine bibliothekarischen Kollegen werden sich umgewöhnen müssen!!! Ich musste es auch! Die Bücher sind aufgestellt! Nicht etwa nach NC. Nein! Nach Verlagen! Alphabetisch! Da muss man sich gewöhnen! Ein Leipziger Bibliotheksprofessor hat diese (geniale) Idee gehabt! Mit der PSB haben wir eine geschlossene Sammlung. Irgendwann haben wir 100%! 101% gibt es nicht! Also wird nur 100% an Platz benötigt! Hätten wir eine Sammlung, aufgestellt nach 1.Verfassern haben wollen? Sich schüttelnd! Siegried Lokatis war das! Ein Hoch auf diesen Gedanken!!!

Alle hier geäußerten Gedanken sind nix gegen die Bananenkisten! Man schaue sie sich an! Und gehe in sich!
Denken wir ganz anders: was ist, wenn es die Psb nicht gäbe, dann würde mir 40 Jahre Vergangenheit "irgendwie" fehlen. Ich müsste dazu nach Laipsch oder Ffm gehen. Nein, ich würde nicht dahin gehen, ich würde sie vergessen....

Der Genosse Nr. 1