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Wegezoll zum Daten-Hayway?

Aus der SZ, im Hochsommer (Juli/August) 2010, zur Verfügung gestellt vom Journalisten Bernd Goldammer. Irgendwann wohl in der Regionalausgabe "Rödertal" der SZ erschienen. Wann genau, lässt sich nicht mehr nachvollziehen.

Wegezoll zum Daten- Hayway?

Als der Radeberger Computerspezialist Klaus Lehmann Dienstag früh mehrere aufgeregte Anrufe aus Ohorn und Ottendorf erhielt, glaubte er sich zu verhören. Per Internet hatten die PC-Nutzer Mitteilung bekommen, das ihre Computer von Schädlingen angegriffen worden seien. Um diese entfernen zu können, solle man nun eine 69,95 Dollar teure Software downloaden. Das wollten die Betroffenen aber nicht tun. Sie brachen die Aktion ab und führten Neustarts durch. Vergebens! Wieder und wieder verstellte eine bösartige Software ihnen den Weg ins Internet. Plötzlich blendete sich dazu noch eine Pornoseite ein und gleich darauf noch Viagrawerbung, die nie angeklickt worden ist. Geduldig hört Klaus Lehmann zu. Er kennt diese Seltsamkeiten. Im normalen Leben wäre solch ein Vorgehen ein Fall für Polizei und Gerichte. Im grenzenlosen Internet ist das viel schwieriger. „Wenn weltweit nur ein Promille der Genötigten oder Erpressten zahlen, weil sie keine Zeit haben sich lange damit auseinanderzusetzen, geht der zweifelhafte Gewinn schnell in schwindelnde Höhen. Zum Glück reagierten viele Rödertaler anders. In den darauffolgenden Stunden meldeten sich weitere Geschädigte und schilderten die gleichen Symptome. Wenig später bringen die Geschädigten ihre Computer in Lehmanns Werkstatt auf die Kleinwolmsdorfer Straße 37. Als es noch mehr werden zog Klaus Lehmann die Reisleine. Er informierte die SZ: „Die Leute müssen informiert werden“, machte er klar. Bald darauf wird das unseriöse Bildschirmgeschehen fotografisch dokumentiert. „Die Herangehensweise ist brutal. Normale PC- Nutzer haben kaum eine Chance wieder ins Netz zu kommen, wenn sie die Bezahl- Software nicht kaufen“, ärgerte sich Klaus Lehmann. Einblendungen von Porno- und Viagraseiten, die sie nie besucht haben, sollen weitere Hemmschwellen aufbauen. Weil es letztlich „nur“ um 69,95 Dollar geht, zahlen einige Betroffene. Sie wollen sich Ärger ersparen. Auf diese Weise können weltweit schnell größere Summen zusammen kommen. PC-Spezialist Klaus Lehmann will das verhindern. Deshalb arbeitet er nur mit anerkannten Softwareherstellern zusammen. Jetzt, in diesen Stunden macht sich das bezahlt. Noch ist der PC- Schädling brandneu. Doch bei den Herstellern von Sicherheitssoftware wird fieberhaft gearbeitet. Bald steht der Schädling auf der Spybot- Erkennungs-Liste. Mit kostenloser Software kann er nun bekämpft werden. Darauf verlassen will sich Lehmann trotzdem nicht. Er startet verschiedene Suchprogramme. Nachdem dem Schädlingen die Tarnkappen entfernt wurden, werden ständig neue Schädlinge auf den Festplatten der Kunden gefunden. Seltsame Trojaner, Schläfer die erst nach Wochen Schäden anrichten und vieles andere mehr. Allein mit Virenschutz ist dem längst nicht mehr beizukommen. „Es erscheint mir wie ein irrer Wettlauf im Kalten Krieg vor. Wissenschaftliche Ressourcen werden hier äußerst destruktiv eingesetzt und zur Abwehr gebunden. Am Ende geht es doch nur um eines: unser aller Geld. Lehmanns Fazit: „Jeder Nutzer kann sich schützen. Ein heutiger PC sollte neben Anti- Virensoftware auch ein Anti- Schädlingsprogramm auf der Festplatte haben. Mit eigenen Verhaltensweisen kann man das Risiko aber auch schon erheblich mindern. Die automatisch einstellbaren Updates für die jeweiligen Betriebssysteme sind wichtigste Grundlagen um die meisten Sicherheitslücken zu schließen