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Virus legt Computer im Rödertal lahm [Teil 1]

Virus legt Computer im Rödertal lahm. SZ (Rödertal+Bischofswerda) vom 16.8.2011 [Teil 1]
RÖDERTAL und BISCHOFSWERDA

 

Virus legt Computer im Rödertal lahm

Von Thomas Drendel
Virus legt Computer im Rödertal lahm. SZ (Rödertal+Bischofswerda) vom 16.8.2011 [Teil 1]
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Nichts geht mehr: Der Computer von Vanessa und ihrer Mutter Heike Teich ist von einem Virus befallen. Der Computer lässt sich nicht mehr bedienen. Der Radeberger Computerspezialist Klaus Lehmann versucht, ihn wieder in Gang zu bekommen. Foto: Willem Darrelmann

Bei Vanessa und Heike Teich aus Arnsdorf sitzt der Schock tief. „Als ich am Sonntag auf meinem Computer spielte, ging plötzlich ein Fenster mit Polizeilogo und der Überschrift ‚Offizielle Mitteilung des Bundeskriminalamtes‘ auf“, sagt die Schülerin. Unter der professionell aussehenden Seite dann der Text: „Von ihrem Computer sind Seiten mit Kinderpornografie und Sodomie aufgerufen worden.“ Auch entsprechende Videos seien gefunden worden. Dazu seien E-Mails mit terroristischem Hintergrund verschickt worden. „Als ich das gelesen habe, musste ich erst mal tief durchatmen“, sagt Mutter Heike Teich. Am Ende steht dann die Aufforderung, 100 Euro über den Bezahldienst „uKash“ einzuzahlen. Dann würde der Computer wieder freigegeben. „Ich wusste mir erst mal nicht zu helfen.“ Denn auch der Computer war nicht mehr zu gebrauchen. „Er ließ sich nicht mehr bedienen, auch mehrmaliges Hoch- und Runterfahren hat nichts genutzt“, sagt sie. Eine schlaflose Nacht habe sie verbracht. „Uns blieb nicht anderes übrig, als einen Computerfachmann anzurufen.“

Rat vom Computerfachmann

Gestern saßen die beiden Arnsdorfer dann in der Werkstatt des Radeberger Computerspezialisten Klaus Lehmann. „Den gleichen Fall hatte ich am Freitag bei einem Gewerbetreibenden in Ottendorf. Plötzlich kam dieses Fenster mit dem angeblichen Hinweis des Bundeskriminalamtes und dann ging nichts mehr. Der Virus scheint jetzt hier verstärkt aufzutauchen.“ Mit einem speziellen Programm versuchte der Fachmann dann, den Schädling zu entdecken. „Wir kriegen das wieder hin, eventuell muss aber die Festplatte gelöscht werden anschließend die Programme wieder aufgespielt werden“, sagt er.

Der Polizei ist der Computervirus bekannt. In einer Erklärung hatten das Bundeskriminalamt und die Bundespolizei kürzlich mitgeteilt: „Es ist ein sehr aggressiver Virus. Die Schadsoftware lädt sich automatisch beim Surfen im Internet herunter und installiert sich dann selbstständig auf dem infizierten Computer“, teilen die Beamten mit. Auch das Landeskriminalamt in Dresden warnt vor der Software. „Der Betrag sollte auf keinen Fall bezahlt werden“, sagt Silvaine Reiche vom Landeskriminalamt in Dresden. „Wir raten auch jedem, Anzeige bei der Polizei zu erstatten.“ Der Computer würde dazu nicht von der Polizei einbehalten. „Das geschieht nur auf freiwilliger Basis. Wenn der Besitzer zustimmt, können wir eventuell herausfinden, woher der Virus kommt.“ Die Beamtin rät allen Internetnutzern, ein Virenschutzprogramm anzuwenden. „Es sollten möglichst oft auch die aktuellen Virendefinitionen aus dem Netz heruntergeladen werden.“ Einen hundertprozentigen Schutz gebe es nicht, da immer wieder neue Viren auftauchen. Angebracht sei ein gesunder Argwohn. Verdächtige E-Mails beispielsweise sollten gelöscht werden. „In diesem Falle hätte man auch bei der Polizei direkt nachfragen können.“

Alle, die sich bereits von der gefälschten Mitteilung beeindrucken ließen und Geld überwiesen haben, werden die Summe vermutlich nicht wiedersehen. Die Polizei könne in solch einem Fall nicht helfen. Eventuell könne die Bank die Summe zurückfordern.

Weitere Informationen für den Schadensfall können auf der Seite „BSI für Bürger“ des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) abgerufen werden.

www.bsi-fuer-buerger.de

Virus legt Computer im Rödertal lahm. SZ (Rödertal+Bischofswerda) vom 16.8.2011 [Teil 1]

Copyright: SZ, Photograph Willem Darrelmann, vom 16.8.2011, Rödertalausgabe Seite