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Computerangriff klappt um ein Haar

"Computerangriff klappt um ein Haar" von Bernd Goldammer [aus der SZ vom 29/30.1.2011]. Seite 21 [Rödertalausgabe]

Um ein Haar hätte Kornelia Mittag aus Fischbach 8000 Euro eingebüßt. Dabei hatte sie eigentlich nur vom heimischen Computer aus 45Euro an einen Bekannten überweisen wollen.

Passiert war das Ganze so: Die Überweisung via Internet ging schnell und reibungslos, wie immer. Aber genau in diesem Augenblick hatte ein Unbekannter offenbar eine kleine Sicherheitslücke genutzt, und sich in die Überweisung eingeklickt. Und hatte die Überweisung quasi „umgeleitet“. Auf ein anderes Konto und mit einer anderen Summe. Nicht 45 Euro, sondern enorme 8000 Euro wollte der Unbekannte überweisen.

Zum Glück schon wenig später hatte Kornelia Mittag bemerkt, dass da irgendetwas auf ihrem Konto nicht mehr stimmte. Denn noch am selben Tag war sie zur Arnsdorfer Sparkasse gefahren, um Bargeld abzuheben. Und sie war entsetzt, als der Geldautomat streikte. Trotz Dispokredits von 3000 Euro sollte das Konto der Familie fast leer sein, las sie da auf dem Bildschirm. Erschrocken fragte sie das Schalterpersonal. Und sofort wurde der Vorgang gründlich untersucht – schon nach 15 Minuten war klar: Eine Summe von 8000 Euro wurde vom Familienkonto der Mittags auf das Konto einer Bank in Leipzig überwiesen. Kontoinhaber: Jens R. Ob der überhaupt etwas davon wusste?

Eine Frage, mit der sich die Kriminalpolizei befasst. „Denn gleich am nächsten Tag brachten wir unseren PC aufs Radeberger Polizeirevier“, erzählt Kornelia Mittag. Der Computer wurde unverzüglich untersucht. Kornelia und Bernd Mittag erstatteten hier auch sofort eine Anzeige gegen Unbekannt. Die Ermittlungen laufen.

Wichtig auch: „Dank der unverzüglich eingeleiteten Maßnahmen der Ostsächsischen Sparkasse war zumindest das Geld schon nach 24 Stunden wieder auf unser Konto zurückgebucht“, freut sich Kornelia Mittag. Kurz darauf brachte auch die Polizei den Computer zurück, und Bernd Mittag lud umgehend die neue Sparkassen-Software auf seinen PC. Als er nun auf seinem Konto nachsehen wollte, glaubte er seinen Augen nicht trauen zu können: „Da hatte doch jemand 10000Euro überwiesen!“ Minuten später rief er in der Arnsdorfer Sparkassen-Filiale an. Und erfuhr, dass die Mitarbeiter dort keine Einzahlung in dieser Höhe feststellen konnten. Hatte sich also wieder jemand illegal eingewählt und hatte Bernd Mittag nur eine Homepage der Sparkasse vorgegaukelt? „Die Sparkassenangestellten empfahlen mir, meinen Computer herunterzufahren – das tat ich sofort und erlebte gleich darauf den nächsten Schock“, erinnert sich Bernd Mittag. Denn nun konnte er den PC nicht wieder hochfahren… Was war geschehen?

"Computerangriff klappt um ein Haar" von Bernd Goldammer [aus der SZ vom 29/30.1.2011]. Seite 21 [Rödertalausgabe]Ein Fachmann musste ran: Aber auch der Radeberger Computer- und Software Spezialist Klaus Lehmann konnte auf Anhieb keine Antwort geben. „Trotz aller Tricks und Kniffe blieb mir der Zugang zum Familien-PC verwehrt“, erklärte er. Das bedeutet: Erstmal die wichtigsten persönlichen Daten retten, und gleich darauf muss das Betriebssystem vollständig erneuert werden. „Bei dieser Gelegenheit haben wir auch gleich ein neues Sicherheitssystem installiert“, so Klaus Lehmann. Und gibt unumwunden zu: „Totale Computersicherheit gibt es leider nicht.“ Aber es gibt einige Möglichkeiten, sich zu schützen. Lehmann warnt zum Beispiel vorm Herunterladen von Angeboten bei Musik-Tauschbörsen im Internet. Dort seien schon öfter unbekannte Schädlinge aufgetaucht. „Und mindestens einmal pro Woche sollte man seine Kontoauszüge aus dem Sparkassendrucker abholen, wenn man Bankgeschäfte am heimischen Computer abwickelt“, rät er. Denn nicht jeder hat soviel Glück im Unglück, wie die Mittags aus Fischbach…

[aus der SZ vom 29/30.1.2011 mit freundlicher Genehmigung der SZ]

 

Nachtrag, verfasst vom PC-Service und Werkstatt: (31.1.2011)

Wie sich 1 Tag später herausstellte -der PC war zur Neuinstallation in der Kleinwolmsdorfer- hatte sich ein "Backdoor.Agent" in einem Netzwerkkartentreiber (NDIS) installiert. Kurz vor dem Verschwinden des Geldes war ein Popup wahrgenommen worden, welches sich nicht wegklicken liess. Diese Infos wurden der Kripo (dem LKA) zur Verfügung gestellt. Wahrlich nichts Handfestes! Vermutlich war außer einem Antivirenprogramm nichts für den Eigenschutz getan worden, vermutlich....

Tip: Lassen SIE sich, verehrter Leser, beraten, was zusätzlich unbedingt getan werden muß!

Nun interessiert sich das MDR auch für die Geschichte. Vielleicht demnächst in Ihrem Frühstücksfernsehen? (irgendwann im Februar 2011?)