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Ein Radeberger hilft dem Gedächtnis der Zeitungen [2013]

Ein Radeberger hilft dem Gedächtnis der Zeitungen. Klaus Lehmann hat die Software fürs Mikrofilmarchiv der deutschen Presse entwickelt. Und es gab eine SZ-Auszeichnung. Von Jens Fritzsche. SZ (Rödertal) vom 30. Januar 2013.

hier zu finden: http://www.sz-online.de/nachrichten/ein-radeberger-hilft-dem-gedaechtnis-der-zeitungen-2496360.html

Ein Radeberger hilft dem Gedächtnis der Zeitungen

Klaus Lehmann hat die Software fürs Mikrofilmarchiv der deutschen Presse entwickelt. Und es gab eine SZ-Auszeichnung.

Von Jens Fritzsche

Das Gedächtnis der deutschen Tageszeitungen funktioniert nicht ohne Radeberg. Zumindest nicht ohne den Radeberger Computerspezialisten Klaus Lehmann. Denn der Radeberger hat jetzt eine spezielle Bibliothekssoftware für das Mikrofilmarchiv der deutschsprachigen Presse in Dortmund entwickelt.

In diesem Archiv lagern sämtliche in deutscher Sprache erschienenen Zeitungen der vergangenen Jahrhunderte - bis hin zu den ganz aktuellen Ausgaben. Und jeden Tag werden es mehr. Auch die Lokalausgabe Radeberg der Sächsischen Zeitung ist dort zu finden. Wie auch die einstige Betriebszeitung von Robotron Radeberg, zumindest in den Ausgaben von 1974 bis 1977. Und auch das seit Anfang 1880 erschienene Neue Radeberger Echo lagert dort, das 1908 dann zum Radeberger Tagesblatt wurde. Interessierte aus der ganzen Welt lassen sich vom Dortmunder Archiv auf Mikrofilme kopierte Zeitungen zuschicken. Bibliotheken, Firmen, Archive, aber auch Privatleute gehören zu den Kunden des Archivs, das als gemeinnütziger Verein geführt wird. „Um ein solches Archiv nach modernen Gesichtspunkten auch online nutzbar zu machen, braucht es natürlich eine speziell zugeschnittene Software – und die habe ich für die Dortmunder entwickelt“, klingt der Radeberger durchaus ein wenig stolz. Zunächst hat Klaus Lehmann für das Archiv einen computergestützten Bestandskatalog angelegt, „jetzt folgt auch noch eine Software, um diesen Katalog dann auch weltweit via Internet nutzbar zu machen“, beschreibt er.

Dass sich der Radeberger mit Bibliotheks-Software befasst, liegt dabei nahe. Denn von Hause aus ist Klaus Lehmann studierter Bibliothekar, hat zunächst in Westberlin und nach der Wende dann auch im wiedervereinten Berlin die Computertechnik zahlreicher städtischer Bibliotheken betreut. „Ich spreche also die Sprache der Bibliothekare, weiß, was sie brauchen“, erklärt er. Und er weiß auch, dass das komplizierte und speziell für Bibliotheken entwickelte Computerprogramm Allegro-C für die meisten Anwender viel zu unverständlich ist. „Es gibt da ein Handbuch, für das man gut ein Jahr braucht, um es auch nur annähernd durchzulesen - vom Verstehen ganz zu schweigen“, frotzelt der Radeberger gern, wenn er auf seine berufliche Laufbahn angesprochen wird.

Also hat er sich dieser Software angenommen, hat sie bearbeitet, hat sie einfacher gemacht und hat daraus ein System entwickelt, mit dem Bibliotheken recht einfach umgehen können. Und er hat damit durchaus renommierte Bibliotheken begeistert, die nun zu seinen Kunden gehören und die er seit Jahren betreut: die Peter-Weiss-Bibliothek in Berlin Hellersdorf zum Beispiel, das Deutsche Komponisten Archiv in Dresden und auch die Ratsschulbibliothek Zwickau, in der Werke aus dem 14. Jahrhundert gelagert sind. Und auch die viel beachtete DDR-Bibliothek des bekannten Schauspielers Peter Sodann in Staucha.

Dabei ist die Arbeit an spezieller Bibliothekensoftware nur eines von zwei wirtschaftlichen Standbeinen der Ein-Mann-Firma an der Kleinwolmsdorfer Straße am Radeberger Stadtrand. Klaus Lehmann hat sich längst auch einen Namen als „Computer-Flüsterer“ bei noch so schlimmen Problemen privater Computer gemacht. Reparaturen nach Virenangriffen sind dabei seine Spezialstrecke. Aber nicht nur. „Natürlich baue ich auch heimische Computeranlagen nach ganz speziellen Wünschen zusammen, und biete zudem Wartungsservice für Technik und Programme an“, so Klaus Lehmann. Und für dieses Angebot gab’s jetzt sogar eine Auszeichnung. Im Rahmen der Aktion „SZ-Service-Kompass“ hatte die Sächsische Zeitung Gewerbetreibende und Händler aus der Region aufgerufen, sich von ihren Kunden bewerten zu lassen. Freundlichkeit, Fachkenntnisse und Service wurden so von denen unter die Lupe genommen, für die die Händler da sind: von den Kunden also. „Ich fand das sehr spannend, und wichtig“, freut sich Klaus Lehmann, dass er bei dieser Bewertung nun mit immerhin 100 Prozent Kundenzufriedenheit abgeschnitten hat. „Ich wollte herausfinden, ob mein Angebot wirklich das passende ist – das scheint so zu sein“, sagt er. Dass er sich nun selbstzufrieden zurücklehnen wird, „wird nicht passieren“, stellt Klaus Lehmann vorsichtshalber klar. „Das Computergeschäft ist viel zu schnelllebig, viel zu beweglich, als dass man sich da ausruhen könnte“, weiß er. „Aber gefreut habe ich mich natürlich!“ Und das ist durchaus erlaubt…

Klaus Lehmann: Der Computer-Spezialist aus Radeberg hat auch schon Software für China-Bibliotheken entwickelt. Foto: Thorsten Eckert