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Bedenken und Überlegungen zur Wahl der "richtigen" Software (1+2). Eine kleine Plauderei...

Der Beitrag wurden ursprünglich in der bibliothekarischen Liste "ForumOEB" veröffentlicht. Ergänzt mit Teil 2.

Guten Tag allerseits,
die Äußerungen, die hier und da gemacht werden, auch wenn man in der näheren Vergangenheit mitliest, sind "beängstigend", was den potientiellen und tatsächlichen Wechsel der Bibliothekssoftware angeht.
Bitte gestatten Sie mir einige Anmerkungen, auch aus bibliothekarischer Sicht (denn der Schreiber ist auch ausgewiesener Dipl.-Bibl für ÖB's; aber seit langem als selbstständiger Softwareentwickler für allegro-C-Systeme tätig.) Insofern werden einige Meinungsäußerungen allegrolastig sein. Verzeihen Sie es trortzdem bitte, die 15-20 Jahre in dem Metier kann man nicht so leicht abschütteln.
Genug der Vorrede! Was will der Lehmann eigentlich?


1. Was gibt es?
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eine wohl gute Übersicht findet man hier:
aus forumoeb (Fr.S.Drautz hat das mal geschrieben:)
"Kathlen Reimann hat vergangenes Jahr ihre Bachelorarbeit an der
HdM Stuttgart über genau dieses Thema geschrieben "Aktuelle
Marktübersicht des Bibliothekssoftwaremarktes in Deutschland
unter Einbeziehung von Open Source Produkten"
Die Arbeit finden Sie hier:
http://opus.bsz-bw.de/hdms/volltexte/2008/652/pdf/Bachelorarbeit.pdf "


2. Bedenken und Überlegungen zur Wahl der "richtigen" Software. Eine kleine Plauderei...
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Das man sich Bibliothekssoftware nicht wie ein Unterhemd aussucht und wechselt, ist wohl klar.
Dennoch, die Argumentationstechnik auf bestimmte Produkte ("OpenSource!", "OpenSource!!", "OpenSource!!!" ist in aller Munde) muss (mir) nicht immer schmecken.
Mich interessieren: die inneren Werte, woher kommt die Software, wie lange gibt es sie, wie teuer ist sie? Was passiert, wenn es sie nicht mehr gibt?


3. Versuchen wir eine kleine Struktur darein zubringen

3a. Was für eine Datenbank?
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da kann es viele Antworten geben:
access, mysql, oracle, postresql und bestimmt vieles mehr; nennen wir auch allegro-C als Datenbankmodell
(Vorsicht bei access-Modellen, da gibt es m.E. eine 2-GB-Grenze...)

3b. Komme ich von "außen" in die Datenbank rein?
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Kann ich was "importieren" oder/und "exportieren"?
Ist die Datenbank mit anderen "....." kompatibel?
=> Produkt xyz "stirbt". Kein Support mehr da. Es gibt keine "Export"funktion. An die Daten kein Herankommen. Was wir sehen, was uns hinterlassen wurde, ist vielleicht "binär".
(ich kann Ihnen da Geschichten erzählen, wo Kollegen fast "geheult" haben, als sie die "Export"versuche sahen....)

3c. Was hat die Software für eine Historie?
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Darf ich annehmen: je älter = je erfahrener?
Das ist eine gewagte Frage/Annahme und letztendlich Behauptung....

3d. Der Preis!
==========
Was zahle ich? Auf einmal? Ist es ein Abo?
Was passiert wenn ich größer werde?
Support? (kann ich solche Telnummern anwählen: 01309-----?)
Wie schnell reagiert der Support?
(auch hier gibt es Geschichten zu erzählen... In einem doch ziemlich großen oder kleinen und oder mächtigen Bundeslande, seit Jahren arg verschuldet, da entschloß sich der Herr aller öffentlichen Dienste: wir kaufen ein Produkt, was alle nutzen werden! Hartnäckiges jahrelanges Nachfragen nach den Folgekosten konnten nicht beantwortet werden. Als man später gesehen sah, daß die Kosten für das Betreiben dieses Netzes soviel Geld die einzelnen Büchereien gekostet hat oder hätte, daß sie eigentlich keine Bücher mehr kaufen konnten, aber egal. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann ... oh, ich vergass, warum werden und wurden nur soviele kleine(?) Bibliotheken geschlossen? Ach, das hatte bestimmt bauliche Gründe. Was schwatzen wir auch darüber? Damals war's. Es ist doch nur schnödes Geld... Davon gibt es genug.)

3e. Wie sieht es aus mit Standards?
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Ist RAK noch wichtig? Was ist wichtig?
Gibt es Anbindung an (Fremd-)Systeme? (z39.50 wäre da ein Schlagwort)
Kann ich an (Gesamt-)Katalogen teilnehmen (was immer das auch ist)...

3f. auch wichtig: die Software-Ergonomie
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Wie ist die Software zu bedienen?
Brauche ich viel Schulung?
Kommt der Nutzer damit klar?

3g. auch wichtig/erwähnenswert: Hardware/Software
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Muß ich neue Maschinen kaufen?
Da ja heutzutage alles(?) netzbasiert ist: was ist mit dem (Daten-)Server?
Was passiert, wenn Microsoft -wie üblich alle 2 Jahre- die Pferde wechselt?
(auch wieder Geschichten oder besser nur Stichpunkte: Jahr2000-Problem, es soll(?!) sogar ein Jahr2010-Problem geben, der Wechsel von Win3.x auf Win9x, dann von Win9.x auf Win2000/WinXP, vergessen/überspringen wir Vista!, Windows7 ist auch nett: läuft nur auf Technik, die höchstens 2 Jahre alt ist. Diese Hardware-Bäumchen-wechsel-dich-Spielchen, die die armen Admins alle 3-5 Jahre machen MÜSSEN, die sind schon anstrengend. Aber was ist, wenn die Bibliothekssoftwareentwickler auch alle 2 Jahre die Pferde wechseln? Wer zahlt das? Ganz einfach: Sie!)

3h. Das Internet!
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Eine Bibliothek, die nicht im Internet ist, ist tot.
Sie gibt es nicht. (ist das zu platt? aber wohl richtig!)
Also: Internetanbindung ist Pflicht!
Machen Sie sich Gedanken (oder Ihre Admins):
Wo ist der Server? im Hause der Bibliothek? In den können die internen Nutzer (also die Bibliothek, der Lesesaal usw) rein. Wie kommen "die da" von draußen -aus dem Internet- rein? Datensicherheit ist ein großes Thema (sie wollen doch nicht, daß man im Internet herausbekommt, welcher Nachbar welchen Schweinkram (ab 18) so heimlich liest?
Was ist, wenn es diesen gemeinsamen Server nicht geben kann? Wie gelangen die Daten auf den Internetserver? Haben Sie überhaupt einen Internetserver? (sagen Sie jetzt nicht "nein"....) Was kosten eigentlich Mietserver für Bibliotheksdaten?

3i. Wo kann ich mich informieren?
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Bibliothekarische Arbeitsstellen
Schulbibliothekarische Arbeitsstellen gibt es auch
Das DBI gabs mal.....(seufz)
Fragen Sie Ihre örtlichen Kollegen
Gehen Sie auf Messen! Auf den jährlichen Bibliothekartag (2014: in Bremen! Wir sehen uns!)
(Fast) jedes Bundesland veranstaltet einen Bibliothekstag (Termine u.U. hier: auf den dbv-Seiten)

 


Wenn Sie Ergänzungen und Ideen, Proteste und Einwände, nur zu.
Diese Liste der wichtigen(?) Fragen sollte und kann aktuell gehalten werden.
Auf http://portal.allegronet.de/allegro/bedenken-und-uberlegungen-zur-wahl-der-richtigen-software-eine-kleine-plauderei/ werde ich dieses aktuell halten, Shraipfela korrigieren und Ergänzungen (auch von Ihnen?) eingeben. Vielleicht nütze diese kleine Arbeit den Kollegen.....
Und wer sich schon dahin ver"irrt", und Zeit mitbringt zum Lesen, der kann doch mal auf http://portal.allegronet.de/allegro ...  schauen.
Aber, seien Sie vorgewarnt: da ist es !sehr! allegro-lastig!
Während: und bitte geben Sie mir "Recht": ich präferiere OBEN allegro nicht! Nicht ein einziges bisschen, nicht mal ein kleines bisschen ;-)


Abschliessend -zur Plauderei- eine Hoffnung:
Machen Sie es sich nicht (zu) leicht! Denken Sie ruhig einige Monde lang darüber nach. Einen Bibliothekskatalog schmeisst man nicht weg. Wenn weg, können Sie den Laden dicht machen. Gehen Sie zu Kollegen, nerven Sie diese! Gehen Sie zu Messen (wir Softwareleute stehen da!). Vielleicht laden Sie auch den Softwaremann der näheren Wahl mal in Ihre Bibliothek ein, und er zeigt Ihnen, wie Ihre Daten in neuem Gewande aussehen.

Viel Glück!


Mit freundlichen Grüßen,
Ihr Klaus Lehmann

 

 

Teil 2:

Guten Tag, Frau/Herr ...
ich denke die ganze zeit schon nach, und habe jetzt endlich mehr "munition" gefunden. es ist die krux. ich habe unendlich viel mit falschwissen und wolkenkuckucksheimen zu tun. ich hoffe, mit diesen zeilen zur "aufklärung" beitragen zu können.

auf meiner seite hatte ich ja schon mal was "publiziert": http://portal.allegronet.de/allegro/bedenken-und-uberlegungen-zur-wahl-der-richtigen-software-eine-kleine-plauderei/
ich denke, ich werde diese beitrag -heute noch- ergänzen. 1 stunde später (viele stunden!): die unten notierten gedanken werde ich so auf dem o.g. beitrag ergänzen. ich halte das für wichtig, daß sich potentielle kunden oder "wechsler" gedanken machen (können).

trotzdem ins unreine an sie:
mich "stört" an den überlegungen, daß man sich "prinzipiell" nicht für allegro-C entscheidet. sicherlich, da bin ich sehr egoistisch. für mich ist es der "himmel auf erden", ich kann alles damit machen. ist bewiesen ;-) aber allegro-C ist hässlich. es entspricht nicht den "seh"gewohnheiten der heutigen computerbenutzer. irgendwas ist anders. es will nicht so, wie man es gewohnt ist. es ist fremd. es ist unbequem. trotzdem: ich erreiche alle(!) meine ziele damit. deshalb gehen viele weg davon. sie wissen nicht weiter. m.E. gehen in die falsche richtung.


intermission:
ein kollege denkt ähnlich. ich hatte die diskussion und überlegungen letzten herbst mit ihm. sein traum: koha. da bekomme ich endlich einen modernen online-katalog. so seine denke. xml und mysql, das sind doch anerkannte datenbankformate. ich: das ist alles mist. was ist, wenn wir mal über 100.000 (oder weniger) einheiten rüberkommen (xml hat keine puste dazu).
wo ist das bibliothekarische innere. die datenhaltbarkeit? die bibliothekarischen strukturen? ich sage: nur bibliothekare können das. gelernte edv-leute können es nicht. sie denken in "äpfeln und birnen". eben die access und excel-denke. eigentlich auch die sql-denke.

intermission2:
habe daten vor 2 monaten bekommen. aus openbiblio. ein csv-export. grauenvoll. nicht zu gebrauchen. ich lehne ab. einen monat später einen export bekommen, der etwas besser ist. ich gebe ein angebot ab. openbiblio? ein shootingstar. sogar was doitsches. ist tot! rienne va plus. no export. no life. ich habe angst, mit koha und wie sie alle heissen wird es ähnlich gehen. irgendwie spielt (manchmal für mich das schimpfwort:) "open source" eine rolle. wie gut, daß allegro-C (noch) keine offene sülze ist!

 

access, mysql und wie sie alle heissen. mit php an die datenbank ran. oh prima! wir dürfen nicht vergessen: wir arbeiten für einen langen, einen sehr langen zeitraum. wie lange gibt es die genannten softwares? was ist, wenn opene surze keine lust mehr hat? dann stehe ich nackig da.

ich habe zu viel mist aus access,excel,dubidabidu-datenbanken rauskonvertieren müssen. ach, nehmen wir das trennzeichen "@" bei csv. ist doch alles easy. easy? lass es!

mir fallen noch maso und bismas ein. uralt, gut und stabil. beide tot. bei maso gibt es einen export. man suche. man lese die nichtvorhandene doku. 16bit-software. bismas versteht nur, wer allegro-C versteht. übrigens: allegro-C soll als "fork" zu maso entstanden sein (oder umgekehrt?). memo2, ein shareware-produkt eines buchverlages (sybex?). bei 10.000 TA's war einfach schluss! einen export gab es nicht. ebenfals längst tot.

verwandte software benutzen?
vorweg eine schlechte lösung. es gibt literaturverwaltungsprogramme, die können sogar zwischen einem herausgeber und einem verfasser unterscheiden. lassen wir das. bibliographien kann man damit bestimmt prima schreiben. auch bibliothekskataloge?
"ich" bin eine WB. WB steht für wissenschaftliche bibliothek. warum muss "ich" denn unbedingt ein WB-programm nehmen? die sind ja so teuer. es gibt doch (preiswerte) und ganz schicke ÖB-programme. ÖB= öffentliche bibliothek. hm. die Programme für schulbibliotheken sind noch preiswerter. ich nehme lieber sowas! wer so denkt, macht am besten sein Diplom nach. geht nochmal 3 jahre in die fachhochschule, so wie es der verfasser dieser (unseligen) beiträge es vor ca 25 jahren getan hat. 6! setzen!
ich kannte mal eine uralte bibliothek, die war glücklich und zufrieden mit allegro-C. da kamen die fortschrittlichen IT'ler, modernisierten alles, und die bibliothekare tuteten wie geheissend, waren glücklich und zufrieden. die bibl's hatten jetzt ein namhaftes ÖB-program bekommen. sie katalogisierten. plötzlich war stop, katalogstop, nach einem halben jahr. was war geschehen?. das ÖB-program hatte ihre daten vergewaltigt. keiner hatte es gesehen. nun beratschlagten und palaverten die bibl's über ein ganzen jahr. dann fanden sie endlich den allegrospezialisten aus der handwerklichen allegroWerkstatt. der mühte sich relativ erfolgreich ab, was da als mab2-export aus dem ÖB-programm herauskroch. 3x: hexhexhex. nun sind sie wieder eine glückliche bibl-familie, arbeiten mit einem modernen allegro. der katalog wächst und gedeiht. und das sogar im internet.

ma[h]n sätze....

man merke!
die wahl der richtigen software ist sehr schwer!
dann lieber zurück zum zettelkasten?
der kann einem nicht abstürzen, sondern nur auf die füsse fallen!

man merke auf!
nicht alles was modern aussieht und es vielleicht sogar ist, ist gut für einen bibliothekskatalog.

man denke mit!
meine software muss vernünftig importieren können, sonst kann sie ja keine daten aus dem alten programm einlesen. meine software muss ebenso vernünftig exportieren können, sonst arbeite ich für den papierkorb. wenn meine software mich nicht mehr rauslässt, kann ich den laden eigentlich dicht machen. oder kündigen. ein (praxis)tip für den export: machen sie doch mal einen export. testen sie, ob die daten GUT ankommen. ob sie optimal eingearbeitet werden können.

man wähle mit!
an den lieber IT'ler, der du bestimmst, was in den heil'gen hallen der verstaubten bibliothek funktionieren soll. lass einen bibliothekaren mitdenken! er wird dir die augen öffen, damit du mehr einblick in die datenwelt bekommst, die nicht alltäglich für dich ist.

alles was hier mehr oder weniger verballhornt oder verschlüsselt angedeutet wird, existiert. alles ist belegbar, alles ist erlebt. ich kann und darf keine markennamen nennen, nur die der vergangenen, die vergänglichten.